Bildoptimierungen für den Druck & Automatische Bildoptimierung

Von dem WhiteWall-Experten Jan-Ole Schmidt

Die Optimierung von Bildern für den Druck erfordert besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt. Anders als bei der Verwendung von Bildern im Internet, wo Flexibilität und platzsparende Dateigrößen im Vordergrund stehen, kommt es beim Druck auf Präzision und höchste Qualität an. Ob Abzüge im Poster-Format, Wandbilder oder hochwertige Bildbände - die Bildoptimierung ist entscheidend für gestochen scharfe und farbgetreue Druckergebnisse. Dieser Blog-Beitrag beleuchtet, worauf Sie achten sollten, um Ihre Druckprodukte in bester Qualität zu erhalten und welche Tipps Ihnen helfen, häufige Fehler zu vermeiden.

Warum Bildoptimierung für den Druck so wichtig ist

Die Optimierung von Bildern für den Druck unterscheidet sich grundlegend von der Optimierung für digitale Medien. Während im Internet vor allem Geschwindigkeit und Ladezeit entscheidend sind, steht beim Druck die Qualität im Vordergrund. Bilder, die auf dem Bildschirm scharf und lebendig wirken, können im Druck unscharf, pixelig oder nicht farbecht aussehen, wenn sie nicht richtig aufbereitet wurden. Daher ist es wichtig, die Unterschiede in den Anforderungen zu verstehen und die Bilder entsprechend zu optimieren.

Druckprozesse basieren auf physischen Medien, die von einer Vielzahl von Variablen beeinflusst werden, einschließlich der Druckauflösung, der Art der Druckmaschine, der Tintenqualität und des verwendeten Papiers. Jeder dieser Faktoren kann sich auf die endgültige Druckqualität auswirken. Der Erfolg eines Druckprojekts hängt daher in hohem Maße davon ab, wie gut die Bilder für das jeweilige Druckverfahren aufbereitet sind.

Die Bedeutung der richtigen Auflösung

Einer der wichtigsten Faktoren für eine optimale Bildqualität im Druck ist die Auflösung des Bildes. Die Druckauflösung wird in dpi (dots per inch) angegeben und beschreibt die Anzahl der Druckpunkte, die auf einem Zoll platziert werden können. Je höher die Grundauflösung eines Bildes in Pixeln ist, desto größer kann es später in sehr guter Qualität gedruckt werden. Für den Druck ist eine höhere Auflösung erforderlich als für die digitale Darstellung auf Monitoren und Smartphonedisplays. Während Bilder für das Internet oft nur eine Auflösung von 72 dpi benötigen, sollte die Auflösung für den Druck idealerweise mindestens 300 dpi betragen. Bei größeren Betrachtungsabständen kann auch eine geringere Druckauflösung ausreichend sein. Eine höhere Auflösung stellt sicher, dass das Bild möglichst scharf und ohne sichtbare Pixel oder Unschärfen gedruckt wird.

Wenn die Grundauflösung in Pixel und/oder DPI für die gewünschte Druckgröße nicht ausreicht, sollte die Auflösung des Bildes nicht einfach in einem Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop künstlich erhöht werden. Das kann zu unscharfen Bildern führen. In diesem Fall gibt es drei Möglichkeiten: Das Bild in einer höheren Auflösung neu fotografieren, eine kleinere Ausgabegröße für den Druck wählen, die der Auflösung des Ausgangsbildes entspricht, oder eine der inzwischen sehr gut funktionierenden KI-basierten Softwarelösungen einsetzen, die es schaffen, Bilder scharf und in guter Qualität zu vergrößern.

Nahaufnahme einer Landschaftsfotografie mit felsiger Küste und nebligem Wasser.

Welche Dateiformate werden bei WhiteWall unterstützt?

Wir unterstützen mehrere Dateiformate, die je nach Produktkategorie unterschiedlich verwendet werden können. Für Wandbilder, die über den Online-Konfigurator erstellt werden, akzeptieren wir Dateien im JPG-, HEIC- und TIFF-Format. Diese Formate eignen sich besonders für hochwertige Bildprodukte wie Acrylglas, Aluminiumdrucke, Abzüge und Leinwände.

Für Bildbände und Fotokalender bieten wir etwas mehr Flexibilität bei den Dateiformaten. Unsere Online-Software für Bildbände unterstützt JPG- und PNG-Dateien, während die Download-Software zusätzlich Formate wie BMP, GIF und TIFF akzeptiert. Farbprofile können eingebettet werden. Da die Bilder für die Produktion der Bildprodukte in den sRGB-Farbraum (Rot, Grün, Blau) konvertiert werden, empfehlen wir, keine Bilddaten im CMYK-Farbprofil (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz) hochzuladen, da es sonst zu unerwünschten Farbabweichungen kommen kann. Die maximal mögliche Dateigröße beträgt 50 Megabyte.

Rohdateien, sogenannte RAW-Dateien, können bei der Bestellung eines WhiteWall-Produkts nicht hochgeladen werden. Diese müssen zuvor in einem Bildbearbeitungsprogramm bearbeitet und in einem der unterstützten Formate wie JPG, TIFF oder PNG gespeichert werden.

JPEG-Dateien sollten möglichst in höchster Qualität gespeichert werden, um den Verlust von Bilddetails zu minimieren. TIFF-Dateien eignen sich besonders für den Druck, da sie verlustfrei komprimiert sind und eine hohe Bildqualität gewährleisten.

Automatische Bildoptimierung bei WhiteWall

Wir bieten bei WhiteWall eine automatische Bildoptimierung an, die speziell für Kunden entwickelt wurde, die ihre Bilder nicht professionell bearbeitet haben oder einfach keine Zeit haben, sich ausführlich mit Bildbearbeitung zu beschäftigen. Seit November 2022 kommt dafür eine erweiterte Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz, die das Motiv mittels Szenenerkennung analysiert und erkennt und automatisch die optimalen Einstellungen für Kontrast, Sättigung, Farbbalance und eine Aufhellung in Schattenbereichen vorschlägt.

Im Standardmodus ist die automatische Bildoptimierung für jedes Foto aktiviert und auf einen Optimierungsgrad von 70 Prozent eingestellt. Dieser Wert basiert auf den Erfahrungswerten der KI und hat sich für die meisten Motivtypen bewährt. Die Stärke der Optimierung kann jedoch individuell angepasst werden. Dazu bieten wir eine intuitive Benutzeroberfläche an, die es ermöglicht, die optimierten Bilder in einer Vorher-Nachher-Ansicht zu vergleichen und die Stärke der Optimierung nach Bedarf anzupassen.

Landschaft mit Felsen und Baum, links dunkler und kontrastärmer, rechts heller und detailreicher nach Bildoptimierung.

Die Bildoptimierung kann im WhiteWall Produkt-Konfigurator bequem über das Optionsmenü aktiviert oder deaktiviert werden. Eine spezielle Darstellung im Konfigurator ermöglicht es, das Originalbild und die optimierte Variante nebeneinander zu betrachten oder beide Varianten in einer geteilten Ansicht zu vergleichen. So können gezielt Anpassungen vorgenommen werden, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Für Nutzerinnen und Nutzer, die ihre Bilder bereits professionell bearbeitet haben und keine weitere Optimierung wünschen, besteht die Möglichkeit, den Optimierungsgrad auf null Prozent zu setzen und die entsprechende Checkbox zu aktivieren. Durch das Aktivieren der Checkbox wird die auf null Prozent gesetzte Optimierung für alle weiteren Bilder des Auftrages übernommen und im Benutzerkonto gespeichert. Damit ist sichergestellt, dass kein weiteres Bild der Bestellung automatisch optimiert wird.

Was sind ICC-Profile und wie lassen sie sich für die Bildoptimierung vor dem Druck anwenden?

ICC-Profile (ICC=International Color Consortium) spielen im Farbmanagement eine entscheidende Rolle und sind vor allem in der Druckvorbereitung unverzichtbar. Wir bei WhiteWall bieten für die meisten unserer Produkte und Materialien individuelle ICC-Profile an, die es ermöglichen, die Farben eines Bildes im Hinblick auf das geplante Druckmedium bereits vor dem Druck möglichst genau zu simulieren. Mit Hilfe solcher Profile kann eine präzise Vorschau des Druckergebnisses, ein sogenannter Softproof, erstellt werden. Ein Softproof stellt sicher, dass das gedruckte Bild so aussieht, wie es auf einem kalibrierten Monitor angezeigt wird. Unsere verfügbaren ICC-Profile können hier heruntergeladen werden.

Wichtig an dieser Stelle: Unsere ICC-Profile sind ausschließlich für den Softproof gedacht und sollten nicht für eine (Farbraum-)Konvertierung verwendet werden. Wir empfehlen auch, die Profile nicht direkt in die Bilddaten einzubetten. ICC-Profile werden nicht direkt im Bildbearbeitungsprogramm gespeichert, sondern im lokalen Betriebssystem. Auf Mac-Systemen können die Profile mit der Dateiendung “.icc” in den Ordner „MacintoshHD:/Library/ColorSync/Profiles“ kopiert werden. Für Windows-Benutzer erfolgt die Installation durch einen einfachen Rechtsklick auf die heruntergeladene Datei und die Auswahl der Option „Profil installieren“. Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass die Profile automatisch korrekt eingebunden und in Programmen wie Adobe Photoshop und Lightroom verwendet werden können.

Ein Softproof ermöglicht es, das Druck- bzw. Ausbelichtungsergebnis des Bildes auf dem gewünschten Druckmedium vorab zu beurteilen. Dabei werden sowohl die Druck- bzw. Ausbelichtungstechnik als auch das Medium, auf dem das Bild ausgegeben wird, berücksichtigt. Programme wie Adobe Photoshop und Lightroom bieten die Möglichkeit, das ICC-Profil des Ausgabemediums auszuwählen und verschiedene Einstellungen wie Renderpriorität und Tiefenkompensation anzupassen. Durch Aktivierung der Option „Papierfarbe simulieren“ kann zusätzlich der Einfluss des Papiertons auf die Farbwiedergabe simuliert werden. So können gezielt Anpassungen vorgenommen werden, um eine möglichst genaue Farbwiedergabe im gedruckten Bild zu gewährleisten.

Welcher Farbraum und welche Farbtiefe können für den Druck verarbeitet werden?

Bei WhiteWall können Bilder im RGB-Farbraum hochgeladen werden. CMYK-Daten sollten vermieden werden, da sie im Produktionsprozess automatisch in RGB umgewandelt werden. Das kann zu unerwarteten Farbabweichungen führen. Wenn kein Farbprofil in den Bilddaten enthalten ist, gehen wir davon aus, dass die Daten im sRGB-Profil vorliegen. Bei Graustufendateien wird das Profil „GrayGamma2.2“ verwendet.

Wir können sowohl 8-Bit als auch 16-Bit Dateien verarbeiten. Die Wahl der Farbtiefe beeinflusst die Menge der darstellbaren Farbinformationen. Eine Farbtiefe von 16 Bit bietet eine feinere Farbabstufung und mehr Detailtiefe, was besonders bei komplexen Motiven und professionellen Anwendungen von Vorteil sein kann.

Wand mit sechs gerahmten Fotos mit unterschiedlichen Motiven.

Der Wert eines Probedrucks

Ein Proof ist eine der zuverlässigsten Methoden, um sicherzustellen, dass das Endprodukt den Erwartungen entspricht. Ein Proof ist im Wesentlichen ein Testdruck, der es ermöglicht, die Farben und die Druckqualität eines Fotos in der gewünschten Größe und auf dem gewünschten Papier zu einem reduzierten Preis zu überprüfen, bevor der endgültige Auftrag oder eine größere Auflage produziert wird. Der Testdruck wird bei uns mit einem Wasserzeichen versehen, das auch in der Vorschau im Konfigurationsprozess angezeigt wird. Der Testdruck bietet die Möglichkeit, letzte Anpassungen vorzunehmen und sicherzustellen, dass alle Aspekte des Druckprojekts optimal vorbereitet sind.

Insbesondere bei großen Druckaufträgen oder Projekten mit hohen Qualitätsanforderungen ist ein Testdruck unerlässlich. So können kostspielige Fehler vermieden und sichergestellt werden, dass das Endprodukt genau den Anforderungen entspricht.

Schwarze Kamera mit Objektiv neben mehreren Fine Art Prints auf hellem Holztisch.

Fazit: Die richtige Vorbereitung für ein perfektes Druckergebnis

Es gibt zwei Möglichkeiten, Bilder für unsere WhiteWall Fotoprodukte zu optimieren. Entweder über die automatische Optimierung, wenn es schnell und einfach gehen soll, oder über die professionelle manuelle Optimierung mit ICC-Profilen und Softproofs. Letzteres gibt Ihnen die volle Kontrolle über Farben, Kontraste und die gesamte Bildqualität auf dem gewünschten Druckmedium. Wenn Sie die oben genannten Tipps und Techniken beachten, können Sie sicher sein, dass Ihre Druckprojekte nicht nur gut aussehen, sondern auch die gewünschte Wirkung erzielen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem großformatigen Abzug im edlen Passepartout-Rahmen?

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, ist ein Testdruck die beste Möglichkeit, das Endergebnis optimal zu beurteilen. Denn nichts ist ärgerlicher als ein Ergebnis, das nicht den eigenen Erwartungen entspricht. Mit der richtigen Herangehensweise und viel Liebe zum Detail können Sie sicherstellen, dass Ihre Druckbilder immer in bester Qualität überzeugen.

Erfahren Sie mehr über den Autor

Jan-Ole Schmidt (lieber einfach Ole genannt) stammt aus Norddeutschland und ist seit über 11 Jahren bei WhiteWall tätig. Als Teamleiter im Produktmanagement bringt er mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Foto-Branche mit. Die Fotografie hat er sich autodidaktisch erschlossen und dabei fundiertes Know-how zu Bildproduktion, Papieren, Kaschierungen und Rahmungen aufgebaut.

Seine Stärke liegt in der Verbindung von technischer Expertise und Kundenperspektive – vom Dateiupload bis zur Rahmung im WhiteWall-Konfigurator. Ole hat Workshops gehalten, war in Podcasts zu Gast und steht im engen Austausch mit der Fotocommunity. Er lebt, arbeitet und fotografiert in Köln.

Porträt von Jan Ole Schmidt.

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