Der Weg zum perfekten Druck: Worauf es bei der Bildqualität ankommt
Von dem WhiteWall-Experten Jan-Ole Schmidt
Wenn ein Bild von der digitalen in die physische Welt übertragen, also gedruckt oder ausbelichtet werden soll, muss die Bildqualität andere Anforderungen erfüllen als bei der Betrachtung auf einem Smartphone oder Monitor. In diesem Beitrag wird erläutert, welche Faktoren wie Bildauflösung, DPI, Bildgröße und Betrachtungsabstand für ein optimales Druckergebnis entscheidend sind. Außerdem wird der Bildupload für unsere WhiteWall Produkte näher erläutert, um zu verdeutlichen, wie sichergestellt werden kann, dass die Bildqualität den gewünschten Anforderungen entspricht.
Das Zusammenspiel aus Auflösung und DPI
Die Bildauflösung ist einer der wichtigsten Aspekte, wenn es um die Druckqualität digitaler Bilder geht. Sie gibt an, aus wie vielen Bildpunkten (Pixeln) ein Bild besteht, in der Regel als Breite x Höhe (z.B. 6.000 x 4.000 Pixel). Eine höhere Auflösung bedeutet mehr Details und in der Regel eine bessere Qualität. Doch die Auflösung allein garantiert noch keinen perfekten Druck. Entscheidend ist, wie diese Bildpunkte auf der Druckfläche verteilt sind.
Hier kommt die Maßeinheit DPI (Dots per Inch) ins Spiel, die beschreibt, wie viele Druckpunkte pro Zoll auf dem Druckmedium erscheinen. Je höher die DPI-Zahl, desto mehr Details kann ein Druck darstellen. Für Fotodrucke, die aus kurzer Distanz betrachtet werden, wie zum Beispiel in einer Zeitschrift oder einem Bildband, werden oft etwa 300 DPI benötigt. Das bedeutet, dass pro Zoll (2,54 cm) des Druckmediums 300 Druckpunkte gesetzt werden. Damit ist sichergestellt, dass bei dem für die genannten Medien typischen Betrachtungsabstand von ca. 30 Zentimetern mit bloßem Auge keine einzelnen Druckpunkte erkennbar sind. Bei Wandbildern hingegen, die aus größerer Entfernung betrachtet werden, reichen auch geringere DPI-Zahlen aus. Mehr dazu im Abschnitt “Zusammenhang zwischen DPI und Betrachtungsabstand”.
Beispiele für die Beziehung zwischen Auflösung, DPI und Druck-Bildgröße
Die physische Bildgröße, auf der ein digital aufgenommenes Bild in guter Qualität gedruckt werden kann, hängt von der Auflösung der Kamera und dem DPI-Wert ab.
Beispiel 1:
Ein 24-Megapixel-Bild hat eine Auflösung von ca. 6.000 x 4.000 Pixeln. Wird dieses Bild mit einer Druckauflösung von 300 DPI gedruckt, ergibt sich folgende physische Bildgröße: Die Berechnung lautet (6.000 Pixel / 300 DPI) x (4.000 Pixel / 300 DPI), was 20 x 13,33 Zoll entspricht. Umgerechnet sind das etwa 51 x 34 Zentimeter, was ungefähr dem Format DIN A3 entspricht.
Beispiel 2:
Um Bilder in größeren Formaten wie DIN A2 oder sogar DIN A1 zu drucken, empfiehlt sich eine Kamera mit höherer Sensorauflösung. Ein 60-Megapixel-Bild mit einer Auflösung von ca. 9.504 x 6.336 Pixeln bietet hier mehr Spielraum. Bei einer Druckauflösung von 300 DPI ergibt sich eine ideale Druckgröße von ca. 31,68 x 21,12 Zoll. Umgerechnet sind das etwa 80 x 54 Zentimeter, so dass deutlich größere Ausdrucke bis knapp unter DIN A1 (84,1 x 59,4 cm) möglich sind. Eine leichte Vergrößerung auf DIN A1 würde die Bildqualität kaum beeinträchtigen.
Zusammenhang zwischen DPI und dem Betrachtungsabstand
Der erforderliche DPI-Wert hängt auch vom Betrachtungsabstand ab. Bei großen Drucken, wie zum Beispiel Wandbildern, die aus größerer Entfernung betrachtet werden, kann die DPI-Auflösung niedriger sein, wie unser Beispiel mit einem 24-Megapixel-Bild bei 200 DPI zeigt: Die Berechnung lautet (6.000 Pixel / 200 DPI) x (4.000 Pixel / 200 DPI), was eine Druckgröße von ca. 76 x 51 Zentimeter statt der oben errechneten 51 x 34 Zentimeter bei 300 DPI ergibt. Das vergrößerte Bild würde aus einem Betrachtungsabstand von etwa zwei Metern immer noch gut aussehen, da die geringere DPI-Auflösung aus dieser Entfernung nicht störend auffällt.
Was gibt es bei Smartphone-Fotos für den Druck zu beachten?
Beim Druck von Smartphone-Bildern in Fotobüchern oder auf Wandbildern müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden, um die bestmögliche Druckqualität zu erzielen. Auch hier spielen die Bildauflösung, die Druckauflösung in DPI und die Bildkomprimierung eine zentrale Rolle.

Die 48-Megapixel-Kamera des iPhone 15 Pro macht beispielsweise Bilder mit einer Auflösung von 8.000 x 6.000 Pixeln. Da wir bei WhiteWall die Aufnahmen für den Bildband mit 300 dpi drucken, damit die Bilder auch aus kurzer Betrachtungsdistanz scharf sind, berechnet sich die ideale Ausgabegröße des 48-Megapixel-Fotos wie folgt: Mit (8.000 Pixel / 300 dpi) x (4.000 Pixel / 300 dpi) lässt sich das Bild für ein bestmögliche Qualität bis auf eine Ausgabegröße von etwa 68 x 34 Zentimeter drucken. Das reicht für unseren Bildband in den Formaten DIN A4 und DIN A3 problemlos aus.
Wird mit der Weitwinkelkamera des iPhone 15 Pro fotografiert, sieht die Berechnung etwas anders aus. Hier beträgt die Auflösung zwölf Megapixel bzw. 4.272 x 2.848 Pixel. Rechnen wir diese Auflösung auf 300 dpi um, ergibt sich eine Ausgabegröße von ca. 36 x 24 Zentimetern. Für seitenfüllende Bilder in unserem Bildband in DIN A4 reicht die Auflösung von zwölf Megapixel also auf jeden Fall problemlos aus. Aber genügt die Auflösung auch für hochwertige, seitenfüllende Ausdrucke im Bildband in DIN A3? Die gute Nachricht: Ja, auch hier braucht man sich keine Sorgen zu machen. Setzt man ein 12-Megapixel-Bild seitenfüllend auf eine DIN A3-Seite, ergibt sich eine Druckauflösung von umgerechnet 258 dpi. Der Unterschied zu 300 dpi ist so gering, dass man praktisch keinen Qualitätsverlust bemerkt.
Wer Bilder vom Smartphone drucken möchte, sollte immer darauf achten, dass die Aufnahmen möglichst in Originalauflösung und mit geringer Komprimierung vorliegen. Beim Versand per E-Mail oder über Messenger-Dienste wie WhatsApp werden die Bilder oft automatisch verkleinert und komprimiert, um sie besser versenden zu können. In diesem Fall lohnt es sich, den Absender noch einmal nach dem Originalbild zu fragen.
Bildqualität bei WhiteWall prüfen
Wer seine Bilder zum Beispiel als hochwertiges WhiteWall Wandbild hinter Acrylglas, als großformatiger Abzug oder Fotoaufsteller präsentieren möchte, kann mit dem WhiteWall Konfigurator auf unserer Homepage prüfen, ob die Bildqualität für das gewünschte Ausgabemedium ausreicht. Der Konfigurator befindet sich ganz oben auf unserer WhiteWall Website und wird über den Button “Fotos hochladen” gestartet. Zunächst wird das digitale Bild hochgeladen und im Konfigurator in einer Vorschau angezeigt. Der Qualitätsindikator gibt an, ob die Auflösung des Bildes für die gewünschte Ausgabegröße ausreicht.

Da bei Bildbänden und Fotokalendern mehrere Bilder hochgeladen werden, gehen wir hier etwas anders vor. Diese Produkte können entweder online oder mit unserer WhiteWall Download-Software auf dem eigenen Computer gestaltet werden. Sollte die Auflösung eines Bildes nach dem Platzieren auf einer Bildband- oder Kalenderseite für das gewählte Größenformat nicht ausreichen, wird automatisch eine Warnung angezeigt. Diese Warnung hilft, unliebsame Überraschungen zu vermeiden und sicherzustellen, dass das Endprodukt den Erwartungen entspricht.

Bilder hochskalieren
Außerdem ist es möglich, das Bild über die ermittelte optimale Ausgabegröße hinaus zu vergrößern. In der Druckverarbeitung können wir zusätzlich interpolieren, das heißt einen Farbverlauf zwischen zwei benachbarten Pixeln einfügen. Dadurch können Bilder so weit vergrößert werden, dass sie zwar nicht mehr in “sehr guter”, aber immer noch in “guter” Qualität gedruckt werden können. Eine Verdoppelung der Bildgröße (Interpolation 1:2) ist bei hochwertigen Daten oft unproblematisch und visuell kaum wahrnehmbar. Wenn also das Bild ursprünglich für eine optimale Maximalgröße von 20 x 30 Zentimetern ausreicht, ist eine Vergrößerung auf 40 x 60 Zentimeter durchaus vertretbar und meist unproblematisch. Vor allem, wenn es sich beispielsweise um ein Wandbild handelt, das aus größerer Entfernung betrachtet wird. Dann fällt die Vergrößerung weniger auf.
Wer sich nicht sicher ist, ob Bildauflösung und gewählte Bildgröße für den Druck optimal harmonieren, dem empfehlen wir, einen Testdruck des zukünftigen Produkts anzufordern. Das minimiert das Risiko und ermöglicht eine realistische Einschätzung der Druckqualität.

Fazit:
Die Anforderungen an die Bildqualität für den Druck erscheinen im ersten Moment vielfältig und komplex. Bildauflösung, DPI, Bildgröße und Betrachtungsabstand spielen eine entscheidende Rolle für ein optimales Druckergebnis. Unser benutzerfreundlicher Upload-Prozess bei WhiteWall hilft Ihnen, diese Anforderungen zu erfüllen und sicherzustellen, dass die Qualität des gedruckten Bildes Ihren Erwartungen entspricht.
Wenn Sie die genannten Aspekte bei der Vorbereitung Ihrer Bilder für den Druck berücksichtigen und sich an die Empfehlungen zu Auflösung und Bildgröße halten, steht einem hochwertigen Druckergebnis nichts im Wege. Ob Fotoleinwand, großformatiger Abzug oder Wandbild unter Acrylglas - mit der richtigen Vorbereitung und den richtigen Hilfsmitteln können Ihre digitalen Bilder in brillanter Qualität auf Papier oder anderen Medien zum Leben erweckt werden.
Erfahren Sie mehr über den Autor
Jan-Ole Schmidt (lieber einfach Ole genannt) stammt aus Norddeutschland und ist seit über 11 Jahren bei WhiteWall tätig. Als Teamleiter im Produktmanagement bringt er mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Foto-Branche mit. Die Fotografie hat er sich autodidaktisch erschlossen und dabei fundiertes Know-how zu Bildproduktion, Papieren, Kaschierungen und Rahmungen aufgebaut.
Seine Stärke liegt in der Verbindung von technischer Expertise und Kundenperspektive – vom Dateiupload bis zur Rahmung im WhiteWall-Konfigurator. Ole hat Workshops gehalten, war in Podcasts zu Gast und steht im engen Austausch mit der Fotocommunity. Er lebt, arbeitet und fotografiert in Köln.

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