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Kurzprofil

Réhahn wurde in Bayeux in der Normandie, Frankreich, geboren. Als begeisterter Traveller bereiste er mit seiner Kamera mehr als 35 Länder, bevor er sich in der Küstenstadt Hoi An niederließ. Seitdem inspirieren ihn Vietnam und seine Kultur zu beeindruckenden Fotografien. Seine Arbeit war unter anderem auf den Titelseiten von Zeitschriften wie Condé Nast Traveler, The Times und BBC zu sehen. Seine Fotobücher sind Bestseller und wurden weltweit veröffentlicht.

Im Interview gibt Réhahn spannende Einblicke in sein Leben und Arbeiten in Vietnam, erzählt, was ihn an diesem Land so fasziniert und berichtet über seine Projekte „Giving Back“ und „Precious Heritage“.

Portrait of Réhahn with a laughing woman besides him.

5 FRAGEN AN RÉHAHN

Réhahn, beschreibst du uns deinen Lebensweg und vor allem wie du zur Fotografie gekommen bist?

Ich wurde in der Normandie geboren und habe die Kunst allgemein schon immer geliebt. Besonders gern mag ich augenscheinlich die impressionistische Malerei, was meine fotografischen Arbeiten beeinflusst hat, denke ich. 2011 bin ich wegen eines ziemlich ehrgeizigen Projekts nach Vietnam gezogen: Kennenlernen, Fotografieren, Befragen und Dokumentieren der 54 Volksgruppen Vietnams. Mit diesem im Januar 2020 abgeschlossenen Projekt bin ich zur Alltagsfotografie zurückgekehrt und setze die kräftigen, leuchtenden Farben Vietnams angemessen in Szene. Von Reisfeldern zu Architektur - in meinen Fotos wollte ich noch einmal Kunst und Dokumentation zusammenbringen. Mein Objekt von heute verändert sich und wird morgen nicht mehr vorhanden sein. Meine größte Motivation besteht darin, Kulturen und traditionelle Tätigkeitsfelder einzufangen, die sich jeden Tag dem modernen Leben ein Stück nähern.

Foto: Réhahn

Du lebst und arbeitest größtenteils in Vietnam – welche Beziehung hast du zu diesem Land? Was fasziniert oder inspiriert dich an diesem Land am meisten?

Vietnam ist ein faszinierendes Land voller Kontraste. Alte Traditionen und moderne Lebensweise treten nebeneinander auf. Für ein Künstler ist das Land ein Freiluftatelier. Ich bin seit über 10 Jahren hier und werde zweifelsfrei auch noch die nächsten 10 Jahre hier bleiben.

Hoi An, wo ich derzeit lebe, wird die „gelbe Stadt“ Vietnams genannt. Diese Stadt gehört zum UNESCO-Welterbe und verfügt über Strand, Fluss, Gebirge und Reisfelder. Zahlreiche handwerkliche Tätigkeiten werden noch heute ausgeführt, beispielsweise die Herstellung von Laternen oder Räucherstäbchen. Ich kann mehrere Stunden unterwegs sein, mich in entlegenen Landstrichen verlieren und außergewöhnliche Kunsthandwerker finden.

In ein paar Dutzend Kilometern Entfernung findet man ein anderes Vietnam vor - hier leben die Volksgruppen in Stelzenhäusern und tragen noch ihre Tracht … Ganz Vietnam ist ein Freiluftatelier.

Foto: Réhahn

Deine Fotografien zeichnen sich durch sehr ausdrucksstarke Porträtaufnahmen aus, teils sind sie in kräftigen Farben und sehr ästhetisch inszeniert. Wie gehst du bei deiner Arbeit üblicherweise vor? Lässt du dich von den Begegnungen leiten oder planst du alles bis ins kleinste Detail? Wonach wählst du deine Objekte und die Art der Inszenierung aus?

Seit dem Ende des Projekts „Precious Heritage“ (Projekt zu den 54 Volksgruppen) fahre ich mit dem Motorrad los, ohne ein konkretes Ziel zu haben. Ich nehme den Fotoapparat auf dem Motorrad mit und halte in den Dörfern an, die mir gefallen, und bei den Landschaften, die mich inspirieren. Ich arbeite nur mit natürlichem Licht und verbringe sehr viel Zeit mit den Menschen, wodurch eine besondere Verbindung zu ihnen entstehen kann. Ich möchte meine Fotos nicht einfach so ohne Gegenleistung aufnehmen, und über mein Projekt „Giving Back“ unterstütze ich die Menschen, die ich fotografiere. Ich habe hier in den 10 Jahren dutzende Kinder aufwachsen sehen. Das ist ein unschätzbares Geschenk.

Foto: Réhahn

Was macht für dich ein gelungenes Porträt aus? Hast du manchmal Bedenken? Was möchtest du mit deinen Porträts mitteilen?

Ich habe keinerlei Bedenken, da die Vietnamesen liebenswerte Menschen sind und man schnell zum Teetrinken eingeladen wird. Man braucht Zeit, um eine richtige Verbindung zu ihnen zu schaffen. Das Foto selbst ist zweitrangig, man muss die Menschen kennenlernen, sie verstehen und schließlich kann man sie fotografieren, um die Begegnung zu verewigen. Dass ich hier vor Ort lebe, ist da ein Vorteil. Interaktion ist der Schlüssel zu meiner Arbeit.

In meinen Porträts sind häufig ältere Menschen zu sehen. Sie haben ein kindliches Lächeln und ich mag, dass sie authentisch sind. Ihre Falten möchte ich nicht verstecken, ich möchte sie vielmehr würdevoll in Szene setzen.

Fotos: Réhahn

Du hast dich schon vor längerer Zeit dazu entschlossen, für den Druck deiner Werke mit WhiteWall zusammenzuarbeiten. Warum hast du dich so entschieden? Welche Materialien bevorzugst du für deine Arbeiten?

Ich mag bei WhiteWall die schnelle Abwicklung und das umfassende Angebot an Druckprodukten. Ich selbst verkaufe meine Fotos auf Papier mit Metallic-Effekt. Ich denke, dass darauf meine Farben sehr gut zur Geltung kommen. Sammler meiner Werke geben bis zu 50 000 Euro für ein Foto aus. Dafür müssen sie die beste Qualität bekommen, diese habe ich meiner Meinung nach auch gefunden.

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